Festschrift 100 Jahre SuS Haarzopf 1924 e. V.

37 100 JAHRE SUS HAARZOPF Nach dem Krieg dauerte es eine ganze Weile, bis ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb wieder möglich war. Der alte Platz war übersät mit Bom- bentrichtern, die erst verfüllt werden mussten, bis man den Platz wieder nutzen konnte. Aber so war es auf den meisten Sportplätzen in Essen und die Bevölkerung hatte auch andere Sorgen als an den Fußball zu denken. Anfang der 50er-Jahre wurden die Siedlung an der Hartzbeeker Mark, Am Haus Stein und teilweise Auf‘m Bögel gebaut. Um für diese Baumaßnahme ausreichend Platz zu haben, musste der Sportplatz ein wenig in die zweite Reihe rücken und er wurde um 90° gedreht. Auch dieses Gelände war noch nicht uneingeschränkt für den Ballsport nutzbar, wurde aber im Jahr 1951 durch gemeinsame Arbeit und eigener finanzieller Mittel bespielbar gemacht. Den Föhrenweg so wie wir ihn heute kennen gab es immer noch nicht, es gab nur einen Fußweg zwischen den Häusern Hartzbeeker Mark 7 und 9 über den man auf das Sportplatzgelände gelangen konnte. Gut zu erkennen ist auch der alte Zugang zum Sportplatz über die Straße Am Haus Stein. Dieser Zugang existiert immer noch, ist aber in- zwischen ein wenig zugewachsen. Der Föhrenweg war dann bis ca. Mitte der 50er Jahre gebaut, man nutzte einen Teil des alten Birkmannswegs, um bis zum Haus Stein zu gelangen. Im Jahr 1952 wurde die heute noch existierende Turnhalle gebaut, die erste neue Turnhalle in Essen, die nach dem Krieg gebaut wurde. Mit dieser Turnhalle wuchs die Bedeutung der Sportanlage am Föhrenweg, denn damit wurde sie auch für den Turnerbund Haarzopf interessant, der eigentlich den Viktoria-Saal, der zur Gaststätte „Zum Scharfen Eck“, später Haus Erbach gehörte, nutzte. Da zu der Zeit auch noch Feldhandball gespielt wurde, war der Sportplatz in Haarzopf mit den Fußballern und den Handballern der 1948 gegründeten Handballabteilung des SuS gut be- legt. Da es in der damalig modernen Turnhalle die entsprechenden Umkleidemöglichkeiten gab, war Haarzopf eine gute Adresse sowohl für die Fußbal- ler als auch die Handballer der näheren Umgebung. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es nicht nur die Halle heute noch gibt, sondern auch, dass ein Teil des Interieurs bis heute überlebt hat. So sind die Bänke in der Herrenumkleidekabine noch im Originalzustand vorhanden. In den folgenden Jahren passierte an der Sport- anlage eher wenig, der Tenne- (Asche-) platz am Föhrenweg hatte so seine Eigenheiten. Starker Regen war normalerweise kein Problem, das Wasser versickerte recht schnell und der Platz war gut bespielbar. Aber schon wenige Grade Frost be- reiteten dem Platz und dem SuS Haarzopf häufig große Probleme. Dann war der Platz oft Wochen, teilweise Monate nicht bespielbar und sowohl der notwendige Trainingsbetrieb als auch der Spielbe- trieb waren unterbrochen. Im Jahr 1999 kam es dann zum ersten echten Um- bau, das Tennenfeld sollte von Grund auf erneuert werden. Im Verein gab es große Hoffnungen, dass der unsichere Zustand, mit dem man im Herbst und Winter zu leben hatte, endlich beendet sein würde. Leider musste man relativ kurz nach der Fertigstellung feststellen, dass dem nicht so war. Trotz des Einbaus einer umfangreichen Drainage- anlage verbesserte sich die Situation kaum, sie verschlechterte sich sogar zusehends, da der Platz auf einmal auch starke Regenfälle nicht mehr so gut wie früher vertragen konnte. Eine erste inten- sive Begutachtung der Situation brachte keine nennenswerten Erkenntnisse und die Baufirma, die den Umbau durchgeführt hatte, konnte nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da sie nicht mehr existent war. Erst sehr viel später stellte sich heraus, dass das Drainagesystem gar nicht an die eingebauten Abwasserleitungen angeschlossen worden war. Damit war der Grund gefunden, warum sich die Verhältnisse tatsächlich nicht ver- bessern konnten. Wie auch immer die äußerlichen Gegebenheiten waren, der Verein war durch den Aufstieg der 1. Mannschaft und die insgesamt erfolgreiche Arbeit, die in allen Bereichen geleistet wurde in Aufbruchsstimmung, da wurden die Probleme im Winter einfach hingenommen und man ging weiter seinen Weg. Das änderte sich aber zuse- hends in den Folgejahren. Die Stadt war dazu über gegangen, die Sportplätze mit Kunstrasen auszu- statten. Eine Entscheidung, die vielen Vereinen half sich sehr gut weiter zu entwickeln. Die ersten Plätze wurden Ende der 1990er und Anfang der 2000er-Jahre am Wasserturm in Frintrop und an der Ardelhütte in Schönebeck errichtet. Gerade in den Jugendabteilungen führte das zu einem verstärkten Zulauf bei den Vereinen, die über Kunstrasenplätze verfügten. Aber auch die Senioren entschieden sich mehr und mehr bei den Vereinen zu spielen, die den grünen Teppich an- bieten konnten. Wir Haarzopfer ließen uns davon aber nicht auf- halten und spielten weiter recht erfolgreich in der Bezirksliga und schafften in der Saison 2011/2012 als Meister der Bezirksliga den Aufstieg in die Lan- desliga. Hier merkte man aber sehr deutlich, dass man als Verein mit „nur“ einem Ascheplatz sehr unbeliebt war. Schon der erste Gegner der TuSpo

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