Festschrift 100 Jahre SuS Haarzopf 1924 e. V.
38 100 JAHRE SUS HAARZOPF Richrath, der in der Landesligasaison zum Föhren- weg kam, zeigte deutlich, was er davon hielt bei uns auf Asche spielen zu müssen. Im Hintergrund wurde in der Stadtverwaltung auch in andere Richtungen gedacht. Gerade im Jahr 2012 war der Bestand der Sportanlage am Föhrenweg eher unsicher. Letztlich liegt der Platz inzwischen in einem sehr guten Wohngebiet und die Gesamtfläche wäre durchaus geeignet ge- wesen, hier gutes Geld zu verdienen. Allerdings konnte der Vorstand in den Gesprächen mit der Verwaltung deutlich machen, dass es einerseits an alternativen Flächen fehlte, um den Sportplatz zu verlegen und dass es andererseits undenkbar war, diese für den wachsenden Stadtteil Haarzopf wichtige Infrastruktur aufzugeben. Diese Argumente waren stichhaltig und sie gelten nach wie vor auch heute. Der Erfindungsreichtum der Stadtverwaltung ging aber weiter. Im Jahr 2013 gab es ein großes Treffen der Essener Vereine, des Fußballkreises Essen und der Sport- und Bäderbetriebe der Stadt im Ratssaal des Rathauses. Hier wurde den Vereinen mit der „Zwei zu Eins Regel“ eine neue Regelung vorgestellt, die der Stadt helfen sollte, die Kosten für die Sportplätze zu verringern und die Modernisierung der Sportanlagen zu finanzieren. Diese „Zwei zu Eins Regel“ hatte zum Ziel, dass zwei Vereine, die auf unterschiedlichen An- lagen zu Hause waren, auf eine Anlage zusammen- ziehen sollen und die Anlage, die aufgegeben wurde, sollte dann als mögliche Baufläche ausgewiesen und verkauft werden. In vielen Stadtteilen wurde diese Regelung angewandt, so in Steele, in Altenessen, in Altendorf und einige mehr. Es gab auch einen Plan, welche Anlagen als erste mit Kunstrasenplätzen aufgewertet werden sollten. So standen die Bezirks- sportanlagen ganz oben auf der Liste. Für uns in Haarzopf hieß das, dass wir damit leben mussten, viele weitere Jahre mit dem immer un- beliebteren Ascheplatz vorliebnehmen zu müssen. Dies gestaltete sich immer mehr zu einem Prob- lem, denn gerade im Jugendbereich brachen die Mannschaften weg und wir konnten im Jahr 2014 nur noch 5 Jugendmannschaften melden. Unsere direkten Nachbarn, der TUSEM und der SV Raadt, die inzwischen auch über Kunstrasenplätze verfüg- ten, freuten sich über einen regen Zulauf aus Haar- zopf. Da vonseiten der Stadt in dieser Zeit für den Föhrenweg nicht viel zu erwarten war, sah sich der Vorstand gezwungen, selbst aktiv zu werden. Die Idee war nach dem Vorbild anderer Vereine, selber für finanzielle Mittel zu sorgen, um in der Lage zu sein, die Stadtverwaltung überzeugen zu können in den Föhrenweg zu investieren. Es wurde der Förder- verein Kunstrasen gegründet, um abseits vom SuS Gelder für den Kunstrasen sammeln zu können. Die unterschiedlichsten Aktivitäten wurden gestartet. Es gab die Platzpatenschaften, die Sponsorenläufe, die Betreuung der Essener Hallenmeisterschaft, Laufveranstaltungen durch Haarzopf und natürlich unterschiedliche Spendenaufrufe, mit denen die Kasse gefüllt wurde. Man kann an dieser Stelle nicht alle nennen, die uns unterstützt haben, aber am Ende hatten wir eine Summe von ca. 70.000,- € ge- sammelt, die in die Modernisierung der Sportanlage geflossen sind. Der größte Teil der Summe wurde an die Sport- und Bäderbetriebe überwiesen und war unser Beitrag für den Umbau zu der modernen Sportanlage, die sie heute ist. Am 09.01.2018 war es dann endlich so weit, der Ver- ein konnte das erste Training auf dem neuen Kunst- rasen durchführen und wenig später im Februar 2018 fand die offizielle Einweihung der Anlage durch unseren Oberbürgermeister Thomas Kufen statt.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTQ0NDgz