Festschrift 100 Jahre SuS Haarzopf 1924 e. V.

40 100 JAHRE SUS HAARZOPF Die Geschichte zur Übernahme der Platzanlage am Föhrenweg in die Eigenverantwortliche Nutzung (EVN) zum 1. Juni 2010 Im Jahr 2010 wurde ein Thema für den SuS Haarzopf akut, auf das sich der Verein schon im Jahr 2009 vorbereitet hatte, weil damit deutlich mehr Ver- antwortung hinsichtlich der Sportstätte am Föhren- weg verbunden war. Die Stadt Essen hatte schon in den Jahren zuvor darauf hingearbeitet, dass die Sportanlagen, die nicht im Rang einer Bezirkssport- anlage standen, den auf den Anlagen beheimateten Vereinen in die Eigenverantwortliche Nutzung zu übergeben. Der Stichtag für diese Aktion war in der Regel der Tag, an dem der von der Stadt eingesetzte Platzwart die Anlage verlassen würde, sei es wegen des Ein- tritts in den Ruhestand oder aus anderen Gründen. Am Föhrenweg sollte der Grund, der Eintritt des letzten städtischen Platzwarts Siggi Warda, in den Ruhestand sein. Am 31. Mai 2010 war der Stichtag, bis dahin musste eine für alle Seiten passende Regelung getroffen werden, damit die Sportanlage am Föhrenweg möglichst ohne große Probleme weiter betrieben werden konnte. Der Weg, bis es zu dieser einver- nehmlichen Regelung kam, war nicht einfach, da die Vorstellung der Stadt als Eigentümerin der Anlage und dem SuS Haarzopf als Verein, der diese Ver- antwortung übernehmen sollte, zunächst sehr weit auseinanderlagen. Im Oktober 2009 gab es seitens der Stadt Essen die erste Kontaktaufnahme mit dem SuS, mit dem Ansinnen, der Verein solle die Eigenverantwort- liche Nutzung für den Sportplatz und die Halle am Föhrenweg übernehmen. Hier gilt es zu beachten, dass diese Situation fast einmalig in Essen war, dass ein Verein sowohl den Sportplatz als auch die Sport- halle in seine Obhut übernehmen sollte. Da dieses Szenario und der damit verbundene Aufwand nicht absehbar und einschätzbar war, lehnte der Vorstand des SuS diese Übernahme zunächst ab. Wegen des Hinweises auf diese einmalige Situation erklärten sich die Sport- und Bäderbetriebe bereit zu prüfen, ob es möglich sein würde am Föhrenweg wieder einen städtischen Platzwart zu installieren. Bis Anfang Januar 2010 passierte dann nichts weiter und am 05.01.2010 gab es die nächste Kontaktauf- nahme durch die Sport- und Bäderbetriebe. Wieder musste der Verein die Anfrage ablehnen, da sich die Situation in keiner Weise geändert hatte. Da diese Haltung für die Stadt Essen schwer akzeptabel war, erhielten wir im Februar 2010 Post vom damaligen Oberstadtdirektor Christian Hülsmann. In diesem Schreiben machte er auf die finanziell schwierige Lage der Stadt aufmerksam, erklärte das frei werden- de Platzwartstellen bei den Sport- und Bäderbetrie- ben nicht neu besetzt würden und dass es durchaus die Erwartungshaltung an die Vereine gäbe die Stadt durch die Übernahme der EVN zu unterstützen. Es wäre ihm unverständlich, dass der SuS Haarzopf sich grundsätzlich in dieser Frage verweigere, ohne die Angebote der Stadt zu kennen. Letztlich würde es auch auf den anderen 40 städtischen Sportanlagen nicht zu unzumutbaren Anforderungen kommen, welche die Vereine zu erledigen hätten. Irgendei- nen Rentner oder eine andere Person, die hier aktiv werden könne, gäbe es doch in jedem Verein, so der Standpunkt des damaligen Oberstadtdirektors. Was uns erst später bekannt wurde, war die Tatsa- che, dass die Stadt vor diesem Schreiben auch den Kontakt zum Turnerbund Haarzopf 03 und zum TC RAWA aufgenommen hatten, die auch Nutzer der Sportanlage am Föhrenweg waren. Beide Vereine hatten wenig Interesse, die EVN zu übernehmen, da sie einerseits den Sportplatz nicht nutzen und ande- rerseits nur sehr wenige Hallenzeiten hatten. Damit standen beide Vereine nachvollziehbarerweise nicht zur Verfügung und man musste sich erneut mit dem SuS auseinandersetzen. Da auch dem Vorstand des SuS Haarzopf klar war, dass eine Lösung gefunden werden musste, stimmte man nach erneuter Kontaktaufnahme einem Ge- sprächstermin im Februar 2010 zu. Die Verantwort- lichen gingen mit einer positiven Erwartungshaltung in das Gespräch im Rathaus, denn Herr Hülsmann hatte ein sehr lukratives Angebot in Aussicht gestellt. Diese positive Erwartungshaltung schlug aber sehr schnell in Enttäuschung und eigentlich auch Wut um, denn das Angebot, welches dem Verein unterbreitet wurde, war weder lukrativ noch war es in irgendei- ner Weise auf die Gegebenheiten am Föhrenweg ab- gestimmt. Es war das übliche Standardangebot, wel- ches den Vereinen auf allen Sportanlagen bei den die EVN eingeführt werden sollte, vorgelegt wurde. Neben der Pflege des Platzes und der Außenanlagen beinhaltete dieser Vorschlag zusätzlich die Pflege der sanitären Einrichtungen und die Reinigung der Turnhalle. In der nachfolgenden Vorstandssitzung, in der über das Angebot der Stadt beraten wurde, war schnell klar, dass niemand bereit war darauf einzuge-

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